Tel'Pathar

Kurip Aleph war keinesfalls unbewohnt, als die Menschen sich aufmachten, es zu besiedeln. Ganz im Gegenteil. Der Planet wurde bewohnt von den telepathisch begabten und heute ausgestorbenen Sovari. Durch die Paarung mit den Menschen schafften es die Sovari, ihr Erbgut für die Nachwelt zu erhalten, und so sind die Tel’Pathar unwissende Zeugnisse einer längst vergessenen Kultur und Spezies.

Anatomie:

Durch ihre hybride Natur haben die Tel’Pathar natürlich viele Gemeinsamkeiten mit den Menschen, jedoch auch viele kleine Unterschiede, die sie einzigartig machen.
Zum Beispiel ist der durchschnittliche Tel’Pathar etwa zehn Zentimeter größer als der durchschnittliche Mensch, wobei erstere eine relativ feine und tendenziell schwach ausgebildete Muskulatur haben, die sie vergleichsweise zierlich erscheinen lässt. Desweiteren gleichen sich die Augen der beiden Spezies zwar in der Form, unterscheiden sich aber grundliegend in der Funktionsweise. Nämlich sind die Augen der Tel’Pathar durchgehend schwarze Flächen, die sich bei Lichteinfall milchig weiß eintrüben. Die Verdauungsorgane der Tel’Pathar haben durch verschiedene Ausstülpungen, in denen Nahrung zwischengelagert wird, eine etwa dreimal so große Oberfläche wie die menschlichen. Dadurch haben sie auch einen schnelleren Stoffwechsel, der sie erstaunliche Mengen an Nahrungsmitteln verbrauchen lässt, wobei Fett sehr schnell eingelagert wird, wodurch Tel’Pathar gerne zur Fettsucht neigen, wenn sie sich falsch ernähren. Die auffälligsten Unterschiede zwischen Tel’Pathar und Menschen sind aber wohl die Knochenauswüchse an Wangen und Kiefer, bei Männern auch an Wirbelsäule und Schulterblättern, deren Funktion noch ungeklärt sind, und die auffälligen, filigranen Zeichnungen auf der Haut, deren Intensität und Mattheit mit dem Gesundheitszustand schwanken. Ein großes Problem für die hybride Spezies ist der starke Hang zu Mutationen. So haben etwa 37% (Tendenz steigend) der Tel’Pathar eine auffällige Haut- Haar- oder Augenfarbe, Finger zu viel oder zu wenig oder eine ähnliche, zwar ungefährliche aber beunruhigende Mutation.

Die Initiative zur Reinhaltung der Spezies Tel’Pathar:

Tel’Pathar sind die einzige Spezies, die sich mit Menschen kreuzen kann ( oder will), dementsprechend gibt es häufig Mischehen dieser beiden. Desweiteren machen Tel’Pathar selten mehr als 10% der Gesamtbevölkerung einer Scherbe aus, sodass reine Tel’Patharfamilien eine Seltenheit sind. Auch wenn längst niemand mehr weiß, wie diese Spezies entstanden ist, herrscht in der Fachwelt allgemein die Ansicht, dass, was auch immer sie so besonders macht, durch die ständige Kreuzung mit Menschen immer mehr “verwässert” wird. Längst sind auch schon Stimmen laut geworden, die fordern, dass diesem Trend entgegen gewirkt wird. Offiziell wird diesen Stimmen keine Beachtung geschenkt. Offiziell.
Vielerorts im Kaiserreich finden sich sogenannte Reinheitszentren, uneinsehbare Gebäude mit hohen, weissen Mauern, das größte davon in Talwalden, die von der Bevölkerung meist gewissenhaft übersehen werden. In diesen Reinheitszentren werden Tel’Pathar, selten freiwillig, untergebracht und ihresgleichen zugeführt, sodass die Spezies erhalten bleibt und eventuell zurückgezüchtet werden kann. Der Aufenthalt wird so angenehm wie möglich gestaltet, ist aber im Endeffekt eine unverschuldete Haft, von der man sich freikauft, indem man zwei Kinder, die dann in der Regel in der Anstalt erzogen werden, zeugt, bzw. zur Welt bringt. Diejenigen, die wieder entlassen werden, werden unter Androhung von Konsequenzen zu Stillschweigen verpflichtet. Dennoch gehen inzwischen mehr und mehr Gerüchte über diese Anstalten, und Möglichkeiten ihnen zu entgehen, um. Das geht so weit, dass viele Tel’Pathar nicht mehr allein zum Arzt gehen, um nicht entführt zu werden.

Entwicklung:

Die Fortpflanzungsorgane der Tel’Pathar sind, bis auf einen wichtigen Unterschied, identisch mit denen der Menschen. Benannter Unterschied besteht darin, dass Tel’Pathar zwei Gebärmütter besitzen, die gleichzeitig befruchtet werden. Auf noch nicht geklärte Art und Weise stehen diese beiden Gebärmütter in Verbindung, sodass, sollte ein Fetus abgehen, der andere ebenfalls vom Körper abgestoßen wird. Die Schwangerschaft dauert sechs Monate und resultiert fast ausschließlich in der Geburt von zweieiigen Zwillingen.
Diese Kinder entwickeln sich ähnlich wie Menschen, allerdings deutlich schneller, sodass sie bereits mit 12- 14 Jahren voll ausgewachsen sind. Dies führt in den meisten Fällen dazu, dass Tel’Pathar des öfteren in der Schule Klassen überspringen und ständig aus ihrem Freundeskreis gerissen werden, was eine starke Belastung für die meist sehr sozialen Tel’Pather sein kann. Aus diesem Grund gibt es gerade in Großstädten immer öfter spezielle Klassen für diese Kinder, die an das besondere Tempo angepasst sind.
Im Durchschnitt erreicht diese Spezies ein Alter von 80-100 Jahren, zeigt aber früher Alterserscheinungen als Menschen.

Verhalten und Kultur:

Durch die engen Verwandschaftsverhältnisse und die ständige Vermischung mit den Menschen kann man nicht wirklich von einer Tel’Pathar-Kultur sprechen.
Da, wo sich bei anderen Spezies innerhalb der Familie (oder Familien) Verhaltensmuster, Traditionen und kulturelle Feinheiten durch die Abwesenheit ‘Außenstehender’ herausbilden können, gibt es bei Tel’Pathar kein solches Forum, da Familien, die nicht mindestens zur Hälfte aus Menschen bestehen, eine Seltenheit sind.

Generell wird der hybriden Spezies eine gewisse Verkopftheit nachgesagt und böse Zungen behaupten sogar, dass es da eine an Faulheit grenzende Scheu vor körperlicher Arbeit vorläge. Fest steht, dass Tel’Pathar aufgrund ihrer körperlichen Voraussetzungen eher für geistige als für körperliche Arbeit geeignet sind und ihren Lebensweg dementsprechend wählen. Aufgrund ihrer Verwandschaft mit den telepathisch begabten Sovari haben Tel’Pathar ein besonders feines Gespür für die Emotionen ihres Gegenübers und ein soziales Geschick wie kein anderes Volk.

Allgemein lässt sich beobachten, dass bei vielen Vertretern der Spezies, trotz enger sozialer Bindungen, ein gewisser Hang zu häufigen Wohnortwechseln und Reisen besteht.

Anmerkungen und Regeln:

Laut Regelwerk gelten für Tel’Pathar folgende Speziesmodifikatoren:
Beweglichkeit + 1, Wahrnehmung-1 (aufgrund des schlechten Gehörs und Sehsinns),
Spezieswert für Trefferpunkte: 6

  • Empathisch
  • Dämmerungssicht
  • Schlechtes Gehör

Tel'Pathar

Opus Anima Muck