Sanherib

Sowohl prozentual als auch physisch stellen die vogelartigen Sanherib wohl die kleinste Gruppe innerhalb der vernunftbegabten Spezies von Kurip Aleph dar. Niemand weiß mehr, dass diese Wesen einst von einem Dschungelplaneten namens Voithree kamen, auf dem sie ein Leben ohne Technik führten, bevor sie, teilweise als Sklaven, teilweise als Haustiere und vereinzelt sogar freiwillig, die Menschen, die ihren Planeten erreichten, nach Kurip Aleph begleiteten. Heute sind die kleinen bunten Wesen zwar kein häufiger aber ein normaler Anblick in den Städten des Kaiserreichs und die mystischen Wälder ihrer Vorfahren existieren für die meisten nur noch in Geschichten für kleine Kinder. Und doch gibt es noch Sanherib, die glauben, diesen perfekten Ursprungsort suchen und finden zu können, einige im Leben nach dem Tod, andere weit draußen, irgendwo im Äther…

Anatomie:

Würde man ohne Vorkenntnisse einen Sanherib ohne Kleidung sehen, so würde man nie vermuten, das diese Wesen in Städten leben. Tatsächlich ist der Körper dieser Spezies perfekt an das Leben in tropischen Gebieten angepasst: Mit einer Größe von maximal 1,60 Metern, meist jedoch weit darunter, den Krallen an Händen und Füßen, die das Klettern erleichtern, den Beinen mit drei Primärgelenken, die Stürze von großen Höhen abfangen können und der in Tarnfarben gemusterten Haut kann ihnen in den Bäumen keiner konkurrieren. Doch auch im Wasser fühlen sich Sanherib dank ihrer Kiemen, die leistungsfähiger als ihre Lungen sind, heimisch. Tatsächlich lassen sich zwei Grundarten von Sanherib erkennen: Der baumlebende Typ, der ein klebriges Sekret absondern kann, das ihm das Klettern erleichtert und der wasserlebende Typ, mit auffällig gefärbten Schwimmhäuten zwischen Fingern und Zehen, einem abgeflachten Paddelschwanz und bläulicher Färbung. Aufgrund ihrer Anpassung an feuchtwarme Lebensräume sind Sanherib nur bedingt dazu fähig, ihre Körpertemperatur selbst aufrecht zu erhalten, wobei Temperaturen unter zwanzig Grad tödlich sein können. Auch wenn die Augen von Sanherib denen von Menschen sehr ähnlich sehen, haben diese doch eine ganz andere Farbwahrnehmung, die ihnen unter anderem erlaubt, grünes auf grünem oder blaues auf blauem sehr gut zu sehen. Die Ernährung dieser Spezies besteht, wenn möglich hauptsächlich aus Fisch und Meeresfrüchten, sowie fetten Nüssen, wobei Früchte vermieden werden, da Sanherib Süßes so gut wie nicht schmecken können. Auch wenn vieles ihnen nicht schmeckt können sie doch so gut wie alles verwerten, was sie herunterschlucken können. Aufgrund ihrer fettigen Ernährungsweise hat auch das Blut der Sanherib eine ölige Konsistenz. Da sie keine Säugetiere sind, ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern bei Sanherib nicht so eindeutig wie bei Menschen, doch es gibt einen einfachen Trick,um sie zu unterscheiden. Der Kopfschmuck der Männchen ist kurz und buschig und der der Weibchen weist einige lange, dünne Federn auf, die am Ende einen zur Hautfarbe passenden Flaum besitzen.

Entwicklung:

Als einzige vernunftbegabte Spezies von Kurip Aleph sind die Sanherib keine Säugetiere, was ihren Paarungs – und Entwicklungsprozess entsprechend fremdartig wirken lässt. Während der Paarung ziehen Männchen und Weinchen sich in einen Brutteich zurück, wo das Weibchen bis zu 200 Eier in das Wassers entlässt, die dann wiederum das Männchen zwei Wochen lang in einer Bruttasche an seinem Unterleib verstaut, bevor sie in einem reiferen Stadium wieder ins Wasser abgelegt werden. Nach wenigen Stunden schlüpfen dann die wenige Zentimeter großen Larven um in einem zwei Jahre dauernden Prozess, während dem viele von ihnen von Raubtieren gefressen werden oder anderweitig den Tod finden, mehrere Larvenstadien durchzumachen, bis sie als fertige Sanherib das Wasser verlassen. Wann ein Sanherib volljährig ist, entscheidet der Stamm. Unabhängig davon werden Sanherib meist zwischen 70 und 100 Jahre alt, wobei die meisten von ihnen sich im Alter in sogenannte Altenteiche zurückziehen und von jüngeren umsorgt werden müssen, da sie nicht mehr in der Lage sind, sich allein an Land fortzubewegen.

Verhalten und Kultur:

Aufgrund ihrer kleinen Statur, ihrer bunten Färbung und ihrer, durch ihre Anatomie gezwungenermaßen, hüpfende Fortbewegung haben die Sanherib sich in weiten Teilen der Gesellschaft den Ruf verdient, lustig, oder, noch schlimmer, gar süß zu sein. Vielen von ihnen macht das nichts aus, einige nutzen es sogar und stellen sich dumm, um harmlos zu wirken und so Vorteile zu ergattern. Andere hassen es regelrecht, von den “Großen” von oben herab behandelt zu werden und geben sich ernster und ruhiger als sie sind, schminken sich teilweise sogar, um weniger bunt auszusehen und verachten ihre sorglosen Verwandten. Sollte es allerding einmal einen Konflikt geben, bei dem die eine Partei ein Sanherib ist und die andere Partei nicht, kann man sich in der Regel darauf verlassen, dass sie alle beisammenstehen, vor allem, wenn sie dem gleichen Stamm angehören, was für Eingeweihte leicht an der Hautfärbung erkennbar ist. Zwar können Sanherib die Sprache des Kaiserteichs theoretisch erlernen, wenn sie früh genug damit beginnen, was die meisten Stämme auch forcieren, jedoch verfügen sie auch über eine eigene Sprache, die hauptsächlich aus Klick- und Pfeiflauten besteht. Menschen können zwar lernen, diese äußerst komplizierte Sprache zu verstehen, sind aber niemals in der Lage, sie zu sprechen, da ihr Kehlkopf viele der Laute nicht einmal ansatzweise imitieren kann. Eheähnliche Beziehungen sind den Sanherib fremd, da sie nur während der Paarungszeit etwas verspüren, das man Liebe nennen könnte, was nicht heißen soll, dass sie nicht zu Freundschaft oder Familienbanden in der Lage wären, im Gegenteil; jeder, der im gleichen Jahr aus dem Wasser gestiegen ist, wie sie, ist möglicherweise ein Bruder oder eine Schwester, was in guten Jahren eine sehr große Familie ergibt. Allen Sanherib gemein ist ein starker Sammeltrieb, der sich nicht unbedingt auf etwas nützliches oder wertvolles beziehen muss.

Spieltechnische Anmerkungen:

Laut Regelwerk gelten für Sanherib folgende Speziesmodifikatoren: Wissen-1(ergibt Sinn, da die Sanherib eine körperbezogene Spezies mit relativ kurzer Aufmerksamkeitsspanne sind), Stärke-2, Bewegung +1(auch hier ist darauf zu achten, wo man sich bewegt. Ein Sanherib, der versucht, sich in einem engen Treiben zu bewegen, könnte wegen seiner langen Beine und seiner hüpfenden Fortbewegung mehr Probleme haben als jemand, der sich gleichmäßig fortbewegt.), Wahrnehmung +2(aufgrund der exzellenten Farbwahrnehmung).
Spezieswert für Trefferpunkte: 5
Besondere Eigenschaften : -Naturbursche
-Guter Schwimmer
-Sanherib-Beine
-Baumbewohner
Oder
-Wasserbewohner

Anmerkungen:
Im Regelwerk ist bei der Wahl des Teichs zur Eiablage von einem “nahegelegenem See” die Rede, wobei mehrmals darauf Bezug genommen wird, dass Sanherib in der Obhut ihres Stammes aufwachsen, bevor sie selbstständig werden. Es wird auch nie von einer Scholle gesprochen, auf der nur Sanherib leben, sodass junge zwangsläufig älteren Mitgliedern ihres Stammes über den Weg laufen. Es muss also für bestimmte Stämme auch bestimmte, immer gleiche Brutteiche mit Aufsehern geben, damit die beschriebene Art der Erziehung einen Sinn ergibt und nicht 80% aller Sanherib nackt und ungebildet durch die Gegend irrt. Sollte also in Zukunft jemand einen Sanherib spielen, bitte ich darum, dass der Betreffende sich grundliegende Gedanken zu Stamm und Brutteich macht, damit ich den Brutteich als Erleichterung für andere Spieler in der Kategorie “Orte” aufnehmen kann.

Sanherib

Opus Anima Muck